Creative Commons

Irgendwo zwischen Copyright und Public Domain stehen die Creative Commons, sie bieten Urhebern die Möglichkeit einer selbstbestimmten Weiterverwertung ihrer Werke. Unter dem Motto „Some rights reserved“ kann der Urheber selbst bestimmen unter welchen rechtlichen Bedingungen sein Werk genutzt werden darf. Auch Nutzer können davon profitieren, die Lizenzen sollen einfach verständlich sein und langwierige Abklärungen ersparen. Die Lizenzen eignen sich besonders für die Nutzung im Internet, sie sind weltweit gültig und in über 60 Sprachen erhältlich. Die Creative Commons sind eine gemeinnützige Organisation, deshalb sind die Lizenzen frei erhältlich. CC-Lizenzen möchten den Weg in eine Kultur des Teilens und der Weiterentwicklung ebnen.

Die Lizenzen funktionieren auf drei Ebenen, die unterste ist als Code für Suchmaschinen oder andere Software verständlich. Die zweite Ebene visualisiert die Lizenzen in Symbolen und ermöglicht eine Verständigung ohne Rechtskenntnisse. Die oberste Ebene bildet ein juristischer Lizenztext in über 60 Sprachen. Der Urheber kann sich seine Lizenz aus vier Bauteilen selbst zusammenstellen. Zusammen ergeben diese vier Symbole sechs Lizenzen, mit unterschiedlicher starker Restriktionen. Die Lizenzen sind auf beliebige Werke anwendbar, die unter das Urheberrecht fallen.

Ein Nutzer einer Creatice Commons Lizenz ist e-codices.ch der Universität Fribourg. Die virtuelle Handschriften Bibliothek der Schweiz hat das Ziel alle mittelalterlichen und eine Auswahl der frühneuzeitlichen Handschriften in einer virtuellen Bibliothek zu erschliessen. Sie stellt alle ihre Dokumente unter einer CC-BY-NC Lizenz, was bedeutet, das alle Dokumente verwendet werden dürfen, wenn eine Quellenangabe erfolgt und die Nutzung einen nicht kommerziellen Zweck verfolgt.

In der Kritik steht vor allem der sich erweiternde Dschungel an Gesetzten und Lizenzen. Die Creative Commons, die das Urheberrecht eigentlich vereinfachen wollen, verkomplizieren die Rechtslage vor allem für Laien zusätzlich. Michael Seemann findet es unverständlich, dass man „sechs weitere Urheberrechte“ bildet, „die sich auf das unverständliche Original noch oben draufflanschen“. Auch der Aspekt der NC (non commercial), der die Weiterverwendung von Werken nur für nicht kommerzielle Zwecke erlaubt, erhitzt die Gemüter. Auch in der neuen Version 4.0 wird nicht genau definiert was Kommerzielle Zwecke sind. Michael Seemann mein abschliessend, das grösste Problem der Creative Commons ist, dass sie „die Beschäftigung mit dem eigentlichen Problem: dem unzeitgemäßen Urheberrecht“ verhindern.

 

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