Getty Images und das Urheberrecht

Der Austausch von Bildern ist durch das Internet einfacher geworden, das hoch- und herunterladen stellt auch für ungeübte Nutzer kein Problem dar. Bilder sind überall zu finden und nur selten mit einem Urhebervermerk versehen. Wünscht sich der Nutzer Rechtssicherheit bei der Verwendung wendet er sich an eine Bildagentur. Sie haben es sich zum Ziel gemacht den Künstlern eine Möglichkeit zu bieten ihre Bilder zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig ihre Rechte zu wahren. Die Weltweit grösste Online Bildagentur ist Getty Images.

1995 von Mark Getty und Jonathan Klein gegründet, hatte Getty Images das Ziel „einen zersplitterten Stockfotografie-Markt ins digitale Zeitalter zu führen“. Heute verfügt es über ein Archiv von über 80 Millionen Bildern und Illustrationen. Die Bilder von Getty Images können auf drei verschiedene Arten geschützt sein; Lizenzpflichtig, Lizenzfrei oder Redaktionell. Lizenzpflichtige Produkte werden mit Verwendungsbeschränkungen verkauft zum Beispiel Limitierung der Grösse, Platzierung oder der Verwendungsdauer und der geografische Verteilung. Der Besteller muss immer Informationen über den vorgesehenen Verwendungszweck bereithalten. Lizenzfreie Produkte dürfen mehrfach und für mehrere Projekte verwendet werden, das Honorar richtet sich nach der Dateigrösse. Bilder mit einer Redaktionellen Lizenz werden wie lizenzpflichtige Produkte mit Verwendungsbeschränkungen verkauft, zusätzlich müssen sie in einem „redaktionellen“ Rahmen publiziert werden. Das heisst im Zusammenhang mit Ereignissen die von öffentlichem Interesse sind. Seit März 2014 dürfen 35 Millionen Bilder aus dem Getty Images Archiv kostenlos auf Websites und Blogs einbettet werden werden. Voraussetzung dafür ist ein nichtkommerzielle Nutzung, und einer Erwähnung des Fotografen und den Link zur Getty Image Hompage.

Getty Images geht streng gegen Lizenzverletzungen vor, die Bilddatenbank durchsucht strukturiert das Internet nach Webseitenbetreibern, die ohne Erlaubnis ihre Fotos verwenden. Bis zu 2100 Fr für nachträgliche Gebühren verlangt das Unternehmen bei Lizenzverletzungen. Der Betrag berechnet sich aus dem Einnahmeausfall, dem administrativen Aufwand und einem Aufschlag für die illegale Nutzung.

Doch Getty Images steht nicht nur auf der Klägerseite. Gemeinsam mit der französischen Presseagentur AFP verstiess das Unternehmen gegen das amerikanische Urheberrecht. Der Fotograf Daniel Morel veröffentlichte 2010 nach dem Erdbeben auf Haiti Bilder auf Twitter. Getty Images stellte sie in ihrer Datenbank zur Verfügung und soll sie 820mal verkauft haben, ohne dass der Fotograf etwas dafür bekam. Mehrere Millionen Dollar Entschädigung muss das Unternehmen dem Fotografen zahlen, ein Urteil, das die Rechte der Urheber stärkt.

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